06
Mai

Der Wandel des Angelsports

Der Ursprung

Schon immer dient das Angeln der Menschheit zur Nahrungsbeschaffung. Man vermutet, dass schon vor 140.000 Jahren in Seen und Flüssen geangelt bzw. gefischt wurde. Man nimmt an, dass Steinzeitmenschen auf der offenen See tatsächlich schon vor 42.000 Jahren geangelt haben. Vermutlich etwas anders, als wir das heute alle kennen. Fakt ist jedoch, auch heute tragen viele noch den Jagdinstinkt in sich und üben unter anderem deshalb das Angeln mit Faszination und Hingabe aus. Die Großzahl der Menschen angelt wohl nach wie vor, um selbst gefangenen Fisch zu essen. Wir sind also im Jahre 2022 noch immer nah an dem Ursprung des Angelns, wenn sich auch einiges verändert hat. 

 

Wie sich das Angeln verändert hat

Selbstverständlich hatte der Steinzeitmensch weder die geistige noch die technische Möglichkeit hochwertige und strapazierfähige Carbon Ruten herzustellen. Das Angeln war grober, einfacher und Kunstköder gab es ebenfalls keine. Es wurde also auf Naturköder zurückgegriffen. Ein Großteil des Fischfangs haben Netze ausgemacht, die wir bis heute noch zum industriellen Fischfang benutzen, lediglich als private Angler dürfen diese nicht genutzt werden. 

Schaut man sich heute an, wie fein das Tackle geworden ist, wie viele zigtausend verschiedene Köder und vor allem wie viele Methoden es gibt um ein und denselben Fisch zu fangen, wundert man sich, wie damals überhaupt ein Fisch aus dem Wasser kam. 

 

Fischbestände

An den vorherigen Absatz anknüpfend, kennt vermutlich jeder Angler den Satz eines Anglers aus der vorherigen Generation, der in etwa so klingt, “Früher, da haben wir uns noch dumm und dämlich gefangen”. Nicht umsonst kommen immer wieder in jeglichen Medien Meldungen zur Überfischung einiger Arten. Der Fisch steht unter Reproduktionsdruck, so schnell wie er entnommen wird, kann er oftmals nicht nachwachsen. Und auch wenn dafür zu einem verschwindend geringen Anteil der Angler schuld ist und zu einem überproportionalen Anteil die Fischindustrie, so leidet heutzutage der private Angler als auch die Natur massiv darunter. Nichtsdestotrotz, kann man als Angler auch heutzutage noch wahre Sternstunden erleben, zumindest für unsere heutigen Verhältnisse. Allgemein festzuhalten ist jedoch, man muss heute deutlich härter für seinen Fisch kämpfen, als dies vor alleine gerade mal 50 Jahren der Fall war. 

 

Der Wandel Des Angler-Motivs 

Alle zuvor genannten Entwicklungen haben auch den Angler verändert. Hat man früher noch ausschließlich geangelt, um Fisch zu essen, so hat man heute mehr “Catch and Release” Angler, denn je. Angler, die sich bewusst sind, dass Fischbestände geschont werden müssen. Angler, mit einem bewusstsein für die Natur und Ihre natürliche Umgebung. Viele Angler setzen sich heute ein Entnahmefenster, bei dem beispielsweise nur Zander zwischen 55 und 65 Zentimeter für den Eigenbedarf mit nach Hause nehmen. Alles darunter oder darüber darf wieder schwimmen. Die geringere Fischanzahl und der hohe Angeldruck haben den Angler auch erfinderischer werden lassen und so gibt es 100 verschiedene Methoden, auf die man sich beim Angeln spezialisieren kann. Insbesondere in den letzten 20 Jahren und dem gestiegenen Informationsaustausch über das Internet hat diese Entwicklung rasant zugenommen. Jeder versucht sich beim Nächsten eine erfolgversprechende Technik abzuschauen. Generell, ist der heutige Angler vermutlich deutlich detailverliebter als früher, wenn es um seine Ausrüstung geht. 

Das End vom Lied 

Es gibt Fischarten, die vom Aussterben bedroht sind. Es gibt jedoch, gerade in unseren Binnengewässern, relativ gesunde Bestände. Die Fischen “springen” einem nicht mehr so in den Kescher wie in vergangenen Tagen. Wenn man sich jedoch weiterbildet, viel ausprobiert und vor allem, häufig am Wasser steht, wird man seine Fische fangen. Also, ab ans Wasser mit Euch. Kennt Ihr auch einen Angelkollegen, Verwandten oder Freund aus der vorherigen Generation, der aus dem Schwärmen nicht mehr rauskommt, wenn es darum geht, dass früher das Angeln viel besser war? Lasst es uns wissen!